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Situationsansatz

Jedes Kind hat von Anfang an eigene Rechte und vollzieht die für seine Entwicklung und Entfaltung notwendigen Schritte durch eigene Aktivität. Dies bestimmt das Bild vom Kind im Situationsansatz. Die pädagogischen Ziele - Autonomie, Solidarität, Kompetenz – orientieren sich an den demokratischen Grundwerten und gesellschaftlichen Entwicklungen. Sie umfassen wesentliche Bereiche der Persönlichkeitsentwicklung, der Ich-, Sozial- und Sachkompetenz.

Lebensweltorientierung, Bildung, Partizipation, Gleichheit und Vielfalt, Einheit von Inhalt und Form bilden die Säulen im Situationsansatz. Im Konzept Situationsansatz bestimmt die Lebenswelt der Kinder den Alltag in der Kindertagesstätte. Aufgabe der Erzieherinnen ist es, jedes Kind mit seiner Lebenssituation zu verstehen und seine Ressourcen zur Bewältigung seiner Lebenssituation zu entdecken und zu fördern. Ziel ist es, das Kind darin zu unterstützen, mit sich selbst, mit anderen und mit einer Sache – jetzt und zukünftig - gut zurecht zu kommen. Dabei verstehen Erzieherinnen Bildung als Bildung der Persönlichkeit, als Bildung von Gemeinschaft und als Verstehen und verantwortliches Gestalten von Welt. Erzieherinnen unterstützen die Bildungsprozesse der einzelnen Kinder auf der Grundlage von Beobachtungen. Erzieherinnen fördern bei jedem Kind die Stärkung seiner Identität, die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft und die Auseinandersetzung mit den vielen Fragen der Kinder an die Welt.

Partizipation wird gelebt als individuelles Recht und als soziale Verantwortung. Erzieherinnen lassen Kinder alltäglich erleben, dass ihr Wissen und Können das Leben in der Kita verändert. Kinder erfahren, dass sie gebraucht werden und dass ihre Ideen wichtig sind. Sie lernen ihre individuellen Rechte kennen und üben sich in der Übernahme von Verantwortung für die Gemeinschaft. Eltern sind die wichtigsten Partner in der Bildungs- und Erziehungsarbeit und wirken aktiv mit. Gleichheit und Vielfalt betont, jedes Kind ist gleich – jedes Kind ist besonders. Erzieherinnen analysieren die unterschiedlichen Lebens- und Lernvoraussetzungen der Kinder. Erzieherinnen wirken darauf hin, dass jedes Kind den ihm entsprechenden nächsten Schritt in seiner Bildungsbiographie gehen kann. Sie treten sozialer Ausgrenzung und Diskriminierungen von Kindern und Familien aktiv entgegen.

Einheit von Inhalt und Form bedeutet: Die Institution Kita und das Team sind Modell für Bildungs- und Erziehungsziele. Die Erwachsenen sind Vorbilder als Lehrende und Lernende. Die Leitungskräfte in den Kindertageseinrichtungen arbeiten mit ihren Teams kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Konzeption. Sie verhandeln mit den Trägern, welche passgenaue Unterstützung den Familien im Rahmen der vorhandenen Ressourcen angeboten werden kann. Sie wirken an der kommunalen Jugendhilfeplanung mit.

 

Institut für den Situationsansatz

Das Institut für den Situationsansatz (ISTA) ist ein Institut der Internationalen Akademie gGmbH an der Freien Universität Berlin. ISTA arbeitet an der Weiterentwicklung des Situationsansatzes in Theorie und Praxis. Auf der Website finden Sie Informationen über nationale und internationale Projekte, Bildungsprogramme sowie Weiterbildungsangebote und Angebote zur Praxisentwicklung und Einbettung in europäische/internationale Netzwerke.

 

QuaSi - Qualität im Situationsansatz

Das Projekt QuaSi ist ein Teilprojekt der Nationalen Qualitätsinitiative im System der Tageseinrichtungen für Kinder. Auf der Basis der konzeptionellen Grundsätze des Situationsansatzes wurden im Dialog mit profilierter Praxis, mit Eltern und weiteren Experten sowie unter Einbeziehung neuerer Erkenntnisse zur frühkindlichen Entwicklung Qualitätsansprüche und Qualitätskriterien entwickelt. Sie spiegeln beste Praxis und bestimmen den inhaltlichen Orientierungsrahmen für die pädagogische Arbeit nach dem Situationsansatz. Sie helfen Erzieherinnen, die eigene Arbeit fachlich fundiert zu reflektieren und die pädagogische Umsetzung der Ziele und Inhalte im jeweiligen Kontext zielgerichtet zu gestalten.


 

Kitas in RLP